Aufnahmekriterien für Stilrichtungen in den DKV sind:
| Shotokan | 15.178 |
| Seibukan | 1.228 |
| Wado-Ryu | 784 |
| Kyokushin-Kai | 357 |
| Kempo | 316 |
| Int. Goju-Kan | 274 |
| Goju-Ryu | 242 |
| Tang Soo Do | 189 |
| Siu Sin Kan | 162 |
| JKF Goju-Kai | 158 |
| Stilrichtungsoffen | 936 |
Der BKB hat mit 19.914 Mitgliedern (Stand vom 20.November 2003) den höchsten Stand seit seinem Bestehen erreicht.
Ursprünglich lag Okinawa unter chinesischem Einfluß. 1392 wird erstmals eine Kampfkunst namens Té urkundlich erwähnt. Diese vermischte sich mit dem chin. Quan-Fa (Kung-Fu) zu To-Té. Das heißt soviel wie „Hand aus China" oder „Die chin. Technik". Die weitere Entwicklung spaltete das endstandene Okinawa-Té dann in verschiedene Stilrichtungen ,je nachdem aus welcher okinawanischen Stadt man kam : Shuri-Té, Naha-Té, Tomari-Té.
Einer der größten Meister im Shuri-Té war Anko Azato. Er vertrat den klassischen Stil der Matsumura-Linie. Sein bester Schüler war Gichin Funakoshi (1869 - 1957). Als Sohn einer Samurai-Familie der Shizoku-Kaste geboren,kommt Funakoshi in die Obhut seiner Großvaters,einem weisen Gelehrten und Mönch. Als Funakoshi Azato trifft, sind seine ersten Jahre bei ihm die schwersten. Funakoshi lernt und übt die ersten drei Jahre nichts anderes als eine einzige Kata,immer und immer wieder. Dies diente auch dazu Gefühle wie Frustration oder Erniedrigung zu überwinden. Funakoshi geht als Erwachsener nach Naha, wo er noch bei Itosu und Aragaki trainiert,aber sein Kontakt zu Azato reißt bis zu dessen Tod nicht ab. Okinawa-Té war inzwischen auch in Japan bekannt geworden und die Nachfrage nach „Shows" war groß. In Japan war diese Kampfkunst aber unter einem anderen Namen bekannt: Karate.
So wurde Funakoshi auserwählt nach Japan zu gehen und dort Karate-Shows abzuhalten. 1938 kam es zur Gründung einer eigenen Stilrichtung, Funakoshi hatte inzwischen 12 Dojos in Japan gegründet und unterrichtete Karate. Aber Streitigkeiten mit den Ältesten auf Okinawa über die Einsetzung der „alten,geheime, Techniken" in das „Karate für die Allgemeinheit" brachten Funakoshi dazu seinen Stirl zu erschaffen. In Japan war er nicht unter seinem richtigen Namen bekannt,sondern unter seinem Künstlernamen,mit dem er auch z.B. seine Gedichte unterschrieb : SHOTO (Pinienrauschen)
Gegründet wurde die Stilrichtung 2002 von Shihan Wolf-Dieter Wichmann, 7. Dan, Bremen (Werdegang unten).
Im Bemühen um eine Anerkennung unserer Stilrichtung im DKV verzichteten wir im Frühjahr 2006 auf den Zusatz "SHOTOKAN" beim Stilrichtungsnamen, um nicht unnötigen Streitpunkten mit der Stilrichtung Shotokan den Weg zu bereiten. Es ist ja unser Betreben, die unten beschriebenen Prinzipien in einer konstruktiven Atmosphäre neben allen anderen Aktiven im BKB und im DKV zu trainieren und dabei in einem Miteinander für die beiden Verbände einzutreten und diese zu fördern. So wurde von den Stilrichtungsvertretern der drei Landesverbänden, in denen sie anerkannt ist, im Einvernehmen mit dem Stilrichtungsbegründer beschlossen, den Namen auf "FUDOSHIN-RYU" zu ändern.
Als Bezugspunkte des traditionellen Shotokan-Karate hielt er 2002 für die neue Stilrichtung folgende wesentliche Inhalte fest:
Er meinte 2002 in etwa: Im "Fudoshin-Ryu" geht es vor allem um den Erhalt der alten Shotokan-Traditionen in Inhalt und Training unter Einbezug der geistigen Erfahrungen des Budo. Eine Orientierung am modernen Wettkampf wird ausdrücklich nicht angestrebt. Ziel von SFR ist die eindeutige Ausrichtung an den ursprünglichen Idealen eines Shotokan-Karate, unter Aufgabe der Entwicklung zu einer "Sportart".
Der DKV muss sich am Zeitgeist orientieren und insgesamt den Weg gehen, Karate für eine breite Publikumsschicht interessant und zugänglich zu machen. Eine eindeutige Identifikation des Shotokan-Karate im oben beschriebenen Sinn, kann daher nicht die oberste Priorität sein. Um die ursprünglichen Inhalte des Shotokan-Karate zu erhalten, wurde daher die neue Stilrichtung FUDOSHIN-RYU gegründet.
Die Lehrer und Prüfer sollen ihre bisherigen Funktionen beibehalten und ausfüllen. Wer bisher "Shotokan" betrieben hat, soll das auch weiter bei Fudoshin-Ryu tun können. Wer in der neuen Stilrichtung beginnt oder sich ausschließlich daran orientiert, geht seinen Karateweg bei Trainern und Prüfern der neuen Stilrichtung.
)
und dann im LV Bremen anerkannt. Am 28.11.2004 wurde sie in Bayern anerkannt und
ist damit in zwei Landesverbänden etabliert.
Am 19.2.2005 fand die konstituierende Sitzung mit den BKB-Dojovertretern in Mömbris statt. Zur Idee, diese Stilrichtung zu gründen, wurde bei unserer Versammlung von W.-D. Wichmann folgendes ergänzt bzw. konkretisiert: Den ständigen Veränderungen der Shotokan-Katas, der Wertungskriterien bei Wettkämpfen, usw. sollte eine Plattform entgegengesetzt werden, auf der traditionelles Shotokan-Karate weiter vertieft werden kann. Im Vordergrund soll das gemeinschaftliche Trainieren und die persönliche Weiterentwicklung in einer familiären Atmosphäre stehen und nicht die Ausrichtung auf Wettkämpfe im Sportkarate oder das "Siegen".
Ein Ziel ist es zwar auch, Turniere durchzuführen, jedoch dient dies dem Ansporn und gegenseitigen Vergleich um sich technisch und charakterlich zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der eigenen Entwicklung, der gemeinschaftlichen Erfahrung und nicht auf der Erringung von Titeln. Wir wollen dabei in alter Tradition nach dem Shobu Ippon-System werten. Katas sollten in traditioneller Art gezeigt und gewertet werden. D.h. der Schwerpunkt sollte wieder mehr auf Kime und Sinn und Absicht der Bewegungen liegen, statt wie in den letzten Jahren zunehmend üblich, auf immer mehr Geschwindigkeit und Akrobatik. Dabei wollen wir uns jeweils auf dem Boden der DKV- und BKB-Satzung bewegen. Wer zusätzlich z.B. Katas in der modernen Sportwettkampfform trainieren und an diesen teilnehmen möchte, der soll dies tun können.
Reinhard Döhnel , Stilrichtungsreferent Fudoshin-Ryu
Begründer der Stilrichtung:
Chojun Miyagi
Hervorgegangen aus:
Das Karatedo von Okinawa kann grob in zwei Stile eingeteilt werden, Nahate and Shurite. Die
bekannteste Schule des Nahate ist Goju-kai, das vom chinesischen Nanpa Shorin-ken abstammt.
1930 benannt der Begründer, Chojun Miyagi seine Schule "Goju-ryu". Er entnahm diesen Namen
einer Zeile aus dem "Bubishi", das ein traditionelles Buch über das Shorin-ken Hakkaku-mon in der
chinesischen Provinz Fujian war.
Kata dieser Stilrichtung:
Die grundlegenden Kata sind die Sanchin, Gekisai 1 und 2, Tensho, welche vom Begründer Miyagi
Chojun entwickelt wurden. Sowie die aus China stammenden Koryu Kata Saifa, Seiyunchin,
Shisochin, Sanseiru, Seipai, Kururunfa, Seisan und Suparinpei.
Entstehung der Stilrichtung JKF Goju Kai
Die zentrale Persönlichkeit des Naha-Te ist Kanryo Higashionna (1853-1916). Kanryo Higashionna
ging 1874 von Naha nach Foochow (China) und soll einige Jahre bei Chuan-fa-Meister Ru Ruko
trainiert haben. Nach seiner Rückkehr begann er mit der Synthese von Chuan-fa und dem Te. Sein
bedeutendster Schüler war der spätere Gründer des Goju-Ryu Miyagi Chojun (1888-1953).
Miyagi Chojun wurde mit 14 Jahren Schüler von Meister Higashionna und blieb 15 Jahre in seiner Schule. 1916 reiste er nach dem Tod von Meister Higashionna zum Studium des Shaolin- und des Pa-Kua-Stils nach Foochow. Nach seiner Rückkehr auf Okinawa 1920 unterrichtete er die von ihm geschaffenen Katas Gekisai Dai Ichi, Gekisai Dai Ni und Tensho. 1926 wurde der Karate-Research-Club auf Okinawa gegründet.
1929 bezeichnet Miyagi Chojun seinen Stil als "Goju-Ryu" gewählt aus den "Acht Epen der Chinesischen Fäuste": "Alles im Universum atmet hart und weich." ( Go = hart, äußerlich; Ju = weich, innerlich; Vereinigung von Muskelkraft und innerer Kraft ). 1935 und 1942 unterrichtete Miyagi Chojun an der Ritsumaikan Universität in Kyoto.
1935 gründeten an der Ritsumaikan Universität Gogen Yamaguchi, Jitsuei Yogi, Soh Nei Choo (Trainer von M. Oyama, dem Begründer des Kyukushinkai) den Karate-Do Club. Später traten Shozo Ujita, Tomoharu Kizaki, Kenzo Uchiage, Kenichi Katano und Kuranosuke Kimura dem Karate-Do Club bei.
1950 Gründung des All Japan Karate-Do Goju-Kai durch Gogen Yamaguchi. 1972 Erneuerung der nun "All Japan Karatedo Federation Goju-Kai" durch Shozo Ujita. 1973 tritt G. Yamaguchi zurück und gründet die " International Karate-Do Goju-Kai Association" (I.K.G.A.), Shozo Ujita wird der 2. Präsident.
Beide Verbände haben fast das gleiche Symbol, welches sich nur durch die Fähnchen an der "Yamaguchi-Faust" unterscheidet.
Shozo Ujita direkter Schüler von M. Chojun eröffnet 1945 das 1. Dojo in Wakayama und nannte es KENBUKAN (KEN=Faust, BU=Bushido, KAN=Haus, Tempel). Er folgte der Auffassung von M. Chojun, wonach jeder Karateka mit seiner körperlichen und geistigen Persönlichkeit den Stil ausfüllen muss.
Sensei Ujita war maßgeblich an der Weiterführung und Standartisierung der Trainingsmethode von Miyagi Chojun, sowie an der Entwicklung des modernen Wettkampfkarates beteiligt und verfasste das Verbandsbuch des JKF Goju-Kai in welchem die Katas so standartisiert sind, wie sie M. Chojun in Japan lehrte.
Stanko Kumer beginnt 1967 mit Shotokan-Karate in Regensburg und trifft den jap. Karatelehrer Tetsuo Tabata (6.Dan) aus dem Kenbukan in Algerien und wird sein Schüler. 1981 besteht er die Prüfung zum 1. Dan JKF Goju-Kai in Japan und bekommt von Großmeister Shozo Ujita (9.Dan) die urkundliche Genehmigung in Deutschland das 35. Kenbukan-Dojo des JKF Goju-Kai zu eröffnen. 1982 Gründung des Kenbukan Honbudojo in Neutraubling.
1994 wurde die "German JKF Goju-Kai Federation e.V." (GJKF) gegründet und 1995 durch die DKV-Bundesversammlung anerkannt. Zu dieser Zeit hat das GJKF 4000 Mitglieder in 33 Vereinen und 5 Bundesländern.
Der GJKF Goju-Kai ist seit 1997 offizielle Außenstelle des jap. JKF Goju-Kai Verbandes und somit Mitglied der "Federation of All Japan Karate-Do Organisations", die wiederum Mitglied des Karateweltverbandes W.K.F. ist.
Stanko Kumer, Stilrichtungsreferent Gojo-Kai
Hier folgt demnächst eine Beschreibung der Stilrichtung Goju Kan.
Wolfgang Spielvogel, Stilrichtungsreferent Goju-Kan
Eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Ihr scheinbar paradoxer Name (Go = stark, männlich; Ju = weich, sanft, weiblich) weist auf ihre Ursprünge hin, dem sanften chinesischen Chuan Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te. Begründer des Stils war Higaonna Kanryo aus Okinawa, der "Heilige des Fausschlags". Miyagi Chojun (Kyoto), der bei Higaonna lernte, entwickelte die Schule weiter und benannte sie Goju-Ryu, als er sie 1935 in Japan vorstellte. Yamaguchi, die "Katze", verbreitete den Stil außerhalb Japans. Die Stellungen haben eine Zentrierung der Körpermitte zum Schwerpunkt, die Wege sind kurz. Auf harte Angriffe erfolgt "weiche", ausweichende Abwehr. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag |
(Eingetragenes Markenzeichen von Tokio Funasako) |
Hier folgt demnächst eine Beschreibung der Stilrichtung Goju-Ryu.
Hermann Leski, Stilrichtungsreferent Gojo-Ryu
"Faustweg". Japanische Bezeichnung für das chinesische Chuan Fa. Ebenso eine karateähnliche Selbstverteidigungsart, die in den 30er Jahren in Japan aus dem Chuan Fa entwickelt wurde und dem daraus entwickeltem Karate verwandt. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-VerlagAls Einleitung wollen wir zunächst das Wort "Kempo" erklären. Der japanische Begriff "Kempo" ist abgeleitet von der urspünglichen chinesischen Kampfkunst "Quanfa" (Kempo und Quanfa werden mit den gleichen Schriftzeichen dargestellt) und bedeutet übersetzt "Weg der Faust" oder "Wissenschalft vom Faustkampf". Quanfa/Kempo ist jedoch nicht nur die Lehre des Nahkampfes mit und ohne Waffen, sondern lehrt auch geistige und körperliche Kultur, die sich Jahrhunderte alten Traditionen entwickelt hat.
Die Bezeichnung "Kempo" wurde bereits vor langer Zeit für das okinawanische Karate gebraucht. Bei "Kempo-Karate" handelt es sich um kombinierte Systeme, die aus einer Kombination aus dem okinawanischen Karate mit erweiterten chinesischen Elementen aus dem Kung-Fu enstanden sind.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Kempo-Karate auch in den westlichen Ländern verbreitet und weiterentwickelt. Es sind verschiedene Stilrichtungen entstanden. Im Vergleich zum traditionellen Karate steckt Kempo-Karate in Deutschland jedoch noch in den Kinderschuhen.
Der in Deutschland unter Andyoko-ryu betriebene Kempo-Stil zählt zu einer vielseitigen und kompakten Kampfkunst. Als Schwerpunkte in der Ausbildung zählen:
Wie beim "American Kenpo" wird auch hier ein Schwerpunkt auf den Frei- und Straßenkampf gesetzt. Im Lehrprogramm beinhaltet sind ebenfalls Atemtechniken und die Umsetzung der weichen Bewegungen in harte und effektive Techniken.
Andreas Busche, Stilrichtungsreferent Kempo
Vom koreanischen Meister Oyama gegründete Stilrichtung des harten, kampfbetonten Karate. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag
Der Gründer Masutatsu (Mas) Oyama
Gichin Funakoshi
Oyama setzte sein Kampfkunsttraining natürlich auch in Japan fort: Intensiv beschäftigte er sich mit
Boxen und Judo. In dieser Zeit wurde er auch auf das Okinawa Karate aufmerksam. Offen für jede
Form von Kampfsystem, trat er dem Dojo von Gichin Funakoshi in der Takushoku Universität bei
und lernte dort die Grundlage dessen, was heute als Shotokan Karate bekannt ist. Bereits als
17jähriger wurde er dort zum Nidan graduiert; als er mit 20 Jahren der Japanischen Kaiserlichen
Armee beitrat, war er Yondan. Ähnlich erstaunlich waren auch seine Erfolge in Judo, das er
während dieser Zeit mit gleicher Intensität trainierte: weniger als vier Jahre nach seiner
Trainingsaufnahme erreichte er auch hier den 4. Dan!
So Nei Chu
Die Niederlage Japans im 2. Weltkrieg und die damit verbundene Demütigung einer Besatzung
brachten Oyama an den Rand der Verzweiflung (eine Form der seelischen Entwurzelung, die den
europäischen „displaced persons" dieser Periode durchaus nachfühlbar ist). Zu dieser Zeit trat ein
anderer Koreaner, So Nei Chu, in sein Leben. So Nei Chu war zu dieser Zeit eine der höchsten
Autoritäten des Goju Ryu. Er war es, der Mas Oyama seelisch und körperlich wieder aufrichtete
und ihm riet, sich ausschließlich den Kampfkünsten zu widmen. Er war es auch, der Oyama von der
Notwendigkeit überzeugte, sich für drei Jahre in die Einsamkeit zurückzuziehen um dort seine
innere Haltung mit seinem Kampfstil in Übereinstimmung zu bringen.
Oyamas Weg
Aus den anvisierten drei Jahren wurden „nur" 14 Monate in der Ciba Präfektur. 14 Monate, in
denen er nicht nur intensiv mit den geistigen und ideologischen Hintergründen dieser Kriegskunst
auseinandersetzte, aondern auch zum kraftvollsten Karateka Japans wurde. Nachdem er die erste
nationale Kampfkunst-Meisterschaft nach dem 2. Weltkrieg gewann, entschloß er sich, sein
Training – diesmal unter Leitung von Mt. Kiyozumi, ebenfalls in der Ciba Präfektur – fortzusetzen.
Neben seinem – für den „normalen Kampfsportler" – unmenschlichen Trainingspensum studierte er
täglich die Klassiker der Kampfkünste, des Zen und der Philosophy.
Nach achtzehn Monaten fühlte er sich in der Lage, sein Leben zu kontrollieren. Er wollte sich nie
wieder von seiner Umgebung und den Umständen (so traumatisch) beeinflussen/verletzen lassen.
1953 eröffnete Oyama sein erstes Dojo. 1957 hatte er dort – trotz härtestem Training – bereits 700
Mitglieder. Um diese Zeit stieß auch Jon Bluming, zu dieser Zeit 5. Dan Judo, zu Oyama. Er
beeinflußte maßgeblich das damalige Oyama-Karate. In der Folgezeit kamen viele Anhänger
anderer Stilrichtungen, um sich im jis-sen kumite (Vollkontakt-Kampf) zu messen. Stellten sich
dieser Gelegenheit Aktionen anderer Stilrichtungen als erfolgreich heraus, wurden sie in das
Trainingsprogramm übernommen.
Diese Paxis wird auch heute noch ausgeübt: Eine Technik, die Erfolg bringt, ist gut. Eine gute
Technik wird übernommen, egal aus welchem Kampfsystem (Karate, Boxen, Judo etc.).
Die Mitglieder der Oyama Dojo nahmen das Kämpfen sehr ernst. Sie erwarteten, entweder zu
schlagen oder geschlagen zu werden. Es gab fast keine Einschränkungen: Schläge zum Kopf oder
Genitalbereich waren genauso erlaubt, wie Würfe, Hebel- und/oder Würgetechniken. Kampf
bedeutete Kampf bis zum K.o. oder Aufgabe (Aufgabe war allerdings aufgrund der Bushido
Ideologie fast nicht möglich).
Kampftechnisch gesehen bevorzugt der Kyokushin Stilist eher weiche Abwehrbewegungen und
–techniken (tai sabaki); das Hauptaugenmerk gilt der kompromißlosen Konteraktion.
Kyokushin Karate
Das Honbu Dojo wurde offiziell erst 1964 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Name
„Kyokushin" (etwa: „höchstmögliche Realität") angenommen. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete
sich Kyokushin weltweit und wurde mit etwa 12 Millionen Anhängern zu einer der größten
Kampfkunst-Organisationen der Welt. Dabei ist anzumerken, daß der hohe Mitgliederstand vor
allem auf die Länder des früheren Ostblocks, Nahost, Asien und den USA zurückzuführen ist. Im
eher verweichlichten Europa bildet Holland eine Ausnahme: Es ist bei den harten
Nahkampfsystemen weltweit führend.
Einige bekannte yudansha:
Da die Satzung des DKV nur WKF-Karate als Wettkampfform zuläßt, darüber hinaus auch die Kyokushin Kata bei Turnieren nicht zugelassen sind, ist – um echtes Kyokushin aktiv zu betreiben die zusätzliche Mitgliedschaft bei Kyokushin Verbänden unerläßlich. Derzeit sind die meisten Dojo des DKV international über die „INTERNATIONAL BUDO KAI (IBK)" integriert. Das neue Symbol des Kyokushin Karate will die Bereitschaft zeigen, wie der Wasserwirbel auf jede Aktion sofort zu reagieren, sich jeder Situation anzupassen und sich letztendlich durchzusetzen.
J.-D. Eisheuer, Stilrichtungsreferent Kyokusin-Kai
Eine der 4 großen Stilrichtungen Japans. Ihre BEzeichnung setzt sich aus den Namen der berühmten Karate-Meister Itosu und Hiagonna zusammen, deren Schüler Mabuni 1930 Shito-Ryu begründete. Der Stil umfaßt Kata sowohl aus dem harten Shorin- als auch aus dem weicheren Goju-Ryu. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag
Itosu Yasutsune, geboren in Shuri im Jahr 1832, studierte viele Jahre den Shuri-Te-Stil, bei dem die
Techniken lang, wendig und schnell ausgeführt werden (Shorin-Stil). Higoanna Kanryu, geboren in Naha im
Jahr 1852 übte den Naha-Te-Kampfstil aus, der durch kurze, langsame und starke Techniken gekennzeichnet
ist (Shorei-Stil). Auf Okinawa (Japan) gelten diese beiden Meister auch heute noch als die höchsten
Autoritäten auf ihrem Gebiet. Direkter Schüler der beiden großen Meister war Mabuni Kenwa, der 1889 auf
Okinawa geboren wurden. Er studierte viele Jahre lang beide Stile, Shorin und Shorei, und entwickelte durch
die harmonische Vereinigung beider Kampfarten einen neuen Stil, den er Shito-Ryu nannte. Das Wort
Shito-Ryu bildete er aus Respekt und Anerkennung für seine beiden Meister, wobei die Silbe „Shi„ aus dem
japanischen Schriftzeichen „Ito„ (von Itosu), die Silbe „To„ aus dem Schriftzeichen „Higa„ (von Higoanna)
abgeleitet ist. 1929 ließ Mabuni sich in Osaka (Japan) nieder und lehrte seinen Karatestil an den Universitäten
und unterrichtete die Polizei. Seine Stilrichtung basiert auf einer systematischen Trainingsmethode, die auf
einer wissenschaftlich-logischen und tiefer moralisch-philosophischen Grundlage aufbaut. Meister Mabuni
starb im Mai 1952. Sein Karatestil ist heute einer der bedeutendsten der in Japan ausgeübten Stile. Das
Shitoryu wurde 1993 offiziell vom Deutschen Karateverband anerkannt.
Das Shito-Ryu stellt eine Kombination der beiden okinawanischen Hauptrichtungen des To-De (Vorläuferform des Karate-Do) dar. Aus der Shuri-te Schule wurden die langen Stellungen, die Schnelligkeit im linearen Angriff und die physische Kraft übernommen. Aus der Shorei-Ryu Schule des Naha-te und Tomari-te wurden runden Techniken, das seitliche Ausweichen in den Angriff, der dynamische Wechsel von hohen und tiefen Stellungen und die Bedeutung der Atemtechniken übernommen. Shito-Ryu ist daher eine schnelle, kraftvolle und artistische Stilart, die von Wechsel von hart und weich lebt. Das System des Shito-Ryu umfaßt dementsprechend auch eine Vielzahl von Kata (> 60) aus dem Shorin-te, dem Naha-te, dem Tomari-te und den von Soke Kenwa Mabuni entwickelten Formen sowie einigen Kata mit Ursprung im chinesischen Weißen Kranich Kung-fu und dem Bai-he-quan. Ein weiterer Schwerpunkt im Shito-Ryu liegt im traditionellen Ryukyu-Kobudo. Das Verständnis und die ständige Übung des Bunkai der Kata aus den verschiedenen Quellen macht die Reichhaltigkeit der Technik des Shito-Ryu aus. Sie stellen das "Buch" des Shito-Ryu Karate-Do dar.
Als ein weiteres wichtiges Stilmerkmal des Shito-Ryu kann auch der Fokus auf die Ausweichbewegungen (Tenshin) und die 5 Abwehrprinzipien gesehen werden, die einen integralen Bestandteil des Shito-Ryu Trainings im Kihon ausmachen.
Das Shorin Ryu Seibukan Karate entstand aus dem Sunkunaihayashi-Ryu (andere
Ausdrucksweise der jap. Schriftzeichen Shorin), des Gründers Sensei Chotoku Kyan (1870 -
1945). Shorin bedeutet hier "wenig (junger) Wald" Stil (im chinesisch Shaolin) und geht
zurück auf den chinesischen Ursprung, dem Shaolin-Kloster, in dem das Chuan Fa oder auch
Shaolin-Kung-Fu entstanden ist. Kyan Sensei entwickelte seinen Stil aus dem Shuri-Te und
Tomari-Te.
Der Gründer des Shorin-Ryu Seibukan Karate, Sensei Zenryo Shimabukuro (1909-1969), trainierte 10 Jahre lang unter Sensei Chotoku Kyan, bevor er selbst anfing in seinem Hause Karate zu unterrichten. Im Jahre 1962 baute er dann sein Dojo, welches er "Seibukan" nannte. Der Name (Sei = Heilige; bu = Kunst; kan = Schule) veranschaulicht die Einstellung Meister Shimabukuros zum Karate. In Karatekreisen war er ein hochgeschätztes Mitglied. Im Jahre 1964 wurde ihm der höchste Rang des Okinawa Karate von der All-Japan-Karate-Do- Federation verliehen - der 10. Dan (Rotgurt). Im Jahre 1969 starb Meister Zenryo Shimabukuro. Heute ist sein Sohn, Zenpo Shimabukuro (9. Dan), Supreme Sensei und unterrichtet in Okinawa im ISSKA-Hauptquartier.
Im Juni 1982 wurde die Shorin-Ryu Seibukan Karate-Union Deutschland e.V. gegründet. Aus den damals 7 Gründer-Dojos, die sich im Regensburger Raum befanden, wurden im Laufe der Zeit in Bayern ca. 35 Dojos. Der Sitz des Honbu Dojo`s ist in Kelheim, deshalb ist es verständlich, dass die meistens Dojos in Bayern zu finden sind. Von hier aus verbreitet, nunmehr seit über 25 Jahren, Shihan Jamal Measara die Lehre der traditionellen Kampfkunst in Europa.
Shihan Jamal Measara, der nicht nur den 7. Dan in Karate, sondern ebenso den 6. Dan in Aikido und den 6. Dan in Kobudo besitzt, wurde 1949 in Malaysia geboren. Er begann bereits im Alter von 10 Jahren mit den Kampfkünsten (Selembam). Die Liste der Kampfsportarten die er beherrscht ist lang. Shihan Jamal Measara ist der Cheftrainer des Shorin-Ryu Seibukan Karate in Deutschland und Europa.
Eine der Kernaussagen von Shihan Measara lautet "Karate ist Kata". Diese Aussage wird in den Dojos gelebt. So wird neben dem Erlernten Ablauf der Kata, besonderer Wert auf die Anwendung der einzelnen Techniken (Bunkai) gelegt. Bereits in der Prüfung zum 7. Kyu müssen die Prüflinge die erste Kata beherrschen.
Dem Shorin-Ryu Seibukan Karate kann man unter anderem folgende Kata`s zuordnen: Fukyugata Ichi und Ni, Seisan, Ananku, Wansu, Passai, Passai Guwa, Gojushiho, Chinto, Kushanku, Jion, die Pinan Kata`s 1-5,die Naihanshi Kata`s 1-3 und die Bo-Kata Tokumine no Kun.
Wodurch unterscheidet sich das Shorin Ryu Seibukan Karate von anderen Stilrichtungen? Als Unterscheidungsmerkmale lassen sich folgende 2 Punkte nennen:
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"Flexible Kiefernschule". Die sanfte, leichte Schule des Okinawa-Te, die aus dem Shuri-Te und Tomari-Te entwickelt wurde. Im Gegensatz zu Shorei-Ryu beinhaltet das Shorin-Ryu-Karate leichte, schnelle Bewegungen und eignet sich daher für kleine, leichte Kämpfer. Gichin Funakoshi teilte dem Shorin-Ryu folgende Kata zu: Taikyoku, Heian, Bassai, Kanku, Enpi und Gangaku Seine Bezeichnung erhielt der Stil erstmals 1928 vom okinawnischen Meister Chibana. Ihren Namen hat die Schule durch ihren chinesischen Ursprung, dem Shaolin-Kloster, in dem das Chuan Fa oder auch Shaolin-Kung-Fu entstanden ist (Shorin ist die japanische Bezeichnung von Shaolin). Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-VerlagDer moderne Shorin Ryu Karatestil wurde in der jüngeren Zeit in Malaysia entwickelt. Die Karatekas lernten ab 1960 die Techniken und Kata von wechselnden Trainern und aus verschiedenen Stilen wie Shito Ryu, Shotokan, Goju Ryu und Keishinkan. Erst von 1967 - 1970, als fünf Trainer des Keisinkan unter Leitung des Cheftrainers Takazawa für längere Zeit in Malaysia blieben und dort die Ausbildung übernahmen, wurde hauptsächlich der Keishinkan- Stil verbreitet.
Als Chin Mok Sung (inzwischen 8. Dan Karate, 6. Dan Kobudo) etwa 1969 für ein Jahr nach Okinawa ging, lernte er dort den Shorin Ryu Seibukan Stil kennen. Von Zenpo Shimabukuru, der später auch einige Zeit in Malysia trainierte, erlernte er dort die neuen Kata des Shorin Ryu. Von dem neuen Stil überzeugt, setzte er sich dafür ein, diesen auch in Malaysia zu verbreiten. Da jedoch in den Jahren zuvor bereits Kata aus anderen Stilen trainiert wurde, die von Chin Mok Sung nicht aufgegeben werden wollten, wurden diese Katas auch weiterhin beibehalten.
Nach Absprache mit Zenpo Shimabukuru und seiner Rückkehr nach Malaysia gründete Chin Mok Sung zusammen mit Neo Ho Tong (inzwischen 6. Dan Karate, 3. Dan Kobudo) die Stilrichtung "International Shorin Ryu Seibukan" als neuen Stil, in dem alle diese bisher erlernten Techniken und Katas zusammengefaßt waren. Innerhalb von fünf Jahren wurde dieser Stil zum größten Karate-Stil in Malaysia und ist dies bis heute auch geblieben.
Im Laufe der Siebziger Jahre entsandte Chin Mok Sung einige seiner Schüler in verschiedene Teile der Welt, um für die Verbreitung dieses Stils zu sorgen. So wird seitdem das "International Shorin Ryu Seibukan" Karate u.a. in Indien, Neuseeland, Südafrika, Dänemark, England, Deutschland, Schweiz und den USA trainiert.
1979 wurde beschlossen, den Stil innerhalb Europas in "Shorin Ryu Siu Sin Kan" (Siu Sin Kan = Schule, die das Herz / den Charakter entwickelt) umzubennen und von Malaysia unabhängig zu machen. Als Leiter des Stils wurde Neo Ho Tong eingesetzt, der daraufhin nach Regensburg kam.
Der Stil Shorin Ryu Siu Sin Kan wird von Neo Ho Tong geleitet und hat sich von anfangs vier Dojos (1982) auf jetzt neun Dojos (1996) hauptsächlich in der Oberpfalz erweitert. Als wesentliches Element gehört das Kobudo zu dem Stil. so wird für jeden neuen Dan-Grad zusätzlich eine Kata einer anderen Waffe verlangt. Hauptsächlich verbreitet sind Bo, Tonfa, Sai und Kama, welche von den Dantträgern unseres Stils beherrscht werden müssen. Bezüglich der Karate-Kata herrscht beei unseren Stufen (Heian, Tekki) starke Ähhnlichkeit zu den Kata des Shotokan-Stil, während die höheren Kata vor allem durch das Okinawa-Karate geprägt sind.
Als Meister unseres Stils sind Neo Ho Tong (6. Dan) und Saad Mahcene (4. Dan) aktiv. Stilrichtungsleiter Neo Ho Tong wurde am 10.12.1946 in Malaysia geboren, begann 1963 mit dem Karate-Training und erwarb dort 1968 den 1. Dan im Keishinkan. Es folgte der 2. Dan im Keishinkan, während die weiteren Dan-Grade bei Prüfungen in Malaysia von okinawanischen Shorin Ryu Meistern in Japan abgenommen wurden. Krankheitsbedingt erfolgte von 1990 - 1992 für das eigene Training eine längere Pause, während er seitdem auf den 6. Dan trainierte, den er im August 1966 in Okinawa erfolgreich bestanden hat.
Stilrichtungsreferent für Bayern ist Horst Bresele, der Auskünfte bezüglich der Trainingsszeiten und Trainer in den Dojos oder für genauere Informationen über den Stil gerne zur Verfügung steht.
Horst Bresele, Stilrichtungsreferent Shorin Ryu Siu Sin Kan
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(Shoto = Kiefernrauschen; Kan = Halle, Haus). Gehört zu den 4 großen Schulen in Japan (neben Goju-Ryu, Shito-Ryu und Wado-Ryu). Ihr Begründer war Gichin Funakoshi, dessen Schüler sein Schriftstellerpseudonym "Shoto" für die Bezeichnung seines Dojo wählten. Er selbst wehrte sich gegen eine spezielle Bezeichnung seines Stils, da er Karate stets stilumfassend sah. Bereits sein Lehrer Itosu begann damit, das traditionelle Karate auf Okinawa (Okinawa-Te) zu reformieren. Funakoshi setzte diese Arbeit bis zu seinem Tod fort. Er trug aus den verschiedenen Stilrichtungen (vorwiegend Shorin- und Shorei-Ryu) Techniken und Kata zusammen, um sie zu modernisieren und in sein neues System zu integrieren. Shotokan zeichnet sich durch hohe Dynamik mit starken und harten Techniken aus. In Japan ist Shotokan nicht so verbreitet wie Goju-Ryu oder Shito-Ryu. Es spielt aber auf sportlichem Gebiet eine wesentliche Rolle: die überragende Zahl von Gewinnern der All Japanischen Meisterschaften kamen aus dem Shotokan. Weltweit ist es die verbreitetste Stilrichtung. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag
Der Shotokan-Stil entwickelte sich und wurde beeinflusst wie viele andere Stilrichtungen
auch von den schon auf Okinawa bestehenden Stilarten Shorin-Ryu, Shuri-Te und Tomari-Te.
Dem Gründer Gichin Funakoshi ist es zu verdanken, daß das Karate und im Besonderen die Stilrichtung Shotokan nach den Jahren des zweiten Weltkrieges eine große weltweite Popularität erreichte.
Obwohl Gichin Funakoshi, wie auch sein Nachfolger Egami Shigeru, sich mit aller Macht gegen ein wettkampforientiertes Karate wehrten, konnten sie dieses nicht verhindern.
Bekannte Karate-Meister wie Nishijama, Nakayama etc. setzten sich mit ihrer Ideologie, ein wettkampforientiertes Karate zu betreiben, durch. Indem Nakayama die JKA (Japan Karate Association) gründete, hatte er großen Anteil daran, daß der Shotokan-Stil (wie er ihn verstand) sich immer stärker in Japan festigte. Mit der weltweiten Entsendung von Karate- Meistern wie Kanazawa, Enoeda, Kase, Shirai, Ochi, etc. konnte sich die JKA und damit die Stilrichtung Shotokan zu einer der größten Stilarten weltweit entwickeln.
Der Shotokan-Stil zeichnet sich in der Ausführung besonders durch lange und weite Techniken und Stellungen aus.
Im Shotokan-Stil werden 26 Katas gelehrt.
Gichin Funakoshi war nicht nur einer der bedeutensten Karate-Lehrer, sondern auch ein in Japan sehr bekannter Gedichteschreiber, der seine Gedichte und Verse mit dem Pseudonym "Shoto" (Pinienrausch) unterschrieb. Aus diesem Namen "Shoto" und dem Namen für Haus ("Kan"), das auch seine Trainingshalle war, wurde der Begriff "Shotokan" geprägt.
Roland Lowinger, Stilrichtungsreferent Shotokan
Man ist gewohnt, China für die Wiege der Kampfkunst zu halten, doch bis heute macht Korea
seinem Nachbarn diesen Anspruch streitig. Es hat auch allen Grund dazu, denn lange bevor
Bodhidarma nach China kam und das Shaolin Kempo geschaffen wurde, existierten in Korea schon
ausgefeilte Systeme des Ringens und Boxens, die zur Zeit der drei Königreiche dieser Halbinsel
(Kogurjo, Päktsche und Silla) entstanden waren.
In der Kogurjo-Epoche bildete sich Subak (Griffe und Würfe) und Kwonbop heraus. Kwonbop gilt als koreanisches Wort für das chinesische Quanfa oder des japanischen Kempo, einer Kampfkunst aus Blöcken, Tritten und Schlägen.
In der Chronik Samguksagi werden die legendären Meister Ongjo, Pirju und Asin erwähnt, welche die Entwicklung des koreanischen Kempo gefördert haben. Fürst Sondok, der 634 den Thron Sillas bestieg, unterhielt diplomatische Beziehungen zum Tang-Imperium. Durch ihn kam in der Silla Dynastie eine Elitegruppe junger Edelmänner durch die Hwarang ChungShin Dogma (Geist der blühenden Jugend) zu reichen Ehren.
Die Erziehung der Hwarang in den "chinesischen Wissenschaften", der Philosophie, Literatur, Rhetorik, Musik, Umgang mit Waffen, Kunstreiten und Nahkampf begann im Knabenalter. Mit der Zeit erhielt der ganze Komplex in Verbindung mit Etikette und den damaligen Moralvorschriften den Namen Hwarang Do, Weg des Hwarang.
Die in der Silla Dynastie ausgeübte Kunst des Nahkampfes hinterläßt tiefe Spuren in der koreanischen Geschichte. Tang Soo Do ist abgeleitet von dem Begriff Tang Shou Dao, der Kampfkunst der Chinesen, die von Ausländern im Ausland, also nicht in China betrieben wird. Der Vater des Tang Soo Do der Neuzeit, Hwang Kee, übernahm diesen Namen und auch seine chinesischen Schriftzeichen, genau wie Japan auch, welches aber in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert den ersten Teil "Tang" abänderte in das Schriftzeichen "Kara".
Wörtlich übersetzt bedeutet Tang Soo Do Philosophie der Chinesischen Hand. Tang steht für China, Soo oder das japanische Te bedeutet Hand, Faust, Schlag oder Block und Do steht für Weg oder Philosophie
Das heutige Tang Soo Do ist ein Schmelztiegel der Kampfkünste, welche im Laufe der Jahrtausende Einfluß nahmen auf die Stilrichtung. Ursprünglich koreanisch erkennt man den chinesischen Einfluß an den weicheren Chill Sung Katas, die Verwandtschaft mit Okinawa durch die Heian-Katas, die Naihanchis, Waffenkatas und auch die Prägung der Japaner in diesem Jahrhundert durch harte Handtechniken.
Tang Soo Do-Betreibende sehen ihren Stil als Kampfkunst und nicht als -sport. Im Tang Soo Do des BKB wird zwar die asiatische Tradition und Etikette gelehrt, aber dennoch wird im Übungsraum die europäische Mentalität gelebt.
Hinweise über Tang Soo Do sind in Werner Lindts Buch "Ostasiatische Kampfkünste das Lexikon" in dem Tang Soo Do auch als koreanisches Kempo bezeichnet wird, nachzulesen.
Norbert Kraus, Stilrichtungsreferent Tang Soo Do
"Schule für den Weg des Friedens, Harmonie". Eine der 4 großen Karatestile in Japan. Wurde 1939 von Otsuka, einem Schüler Funakoshis, gegründet. Zeichnet sich durch kurze Schritte, geringerer Endspannung und schnelle Bewegungsfolgen aus. Viele Kata gleichen denen des Shotokan, jedoch wurden ihre ursprünglichen, z.T. chinesischen Namen beibehalten. Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag
Wado-Ryu-Karate, das von Sensei Hironori Ohtsuka (1892 - 1982) entwickelt wurde, stellt
eine Kombination japanischer Kampfkünste (Yagyu Kenjutsu, Yoshinryu Jiu-Jitsu Kempo) mit
dem aus Okinawa stammenden Karate dar, das Othsuka Sensei von Funakoshi Sensei, Mabuni
Sensei und Motobu Sensei lernte. Das technische Repertoire der Stilrichtung umfaßt daher aus
dem Jiu-Jitsu Techniken wie Hebel und Würfe und aus dem Karate Tritte, Blocks, Schläge und
Stöße. Durch das Engagement vieler japanischer Lehrer ist Wado-Ryu heute eine der verbreitetsten Stilrichtungen auf der Welt. Stellvertretend für die zahlreichen japanischen Wado-Ryu-Karateka, die in den letzten dreißig Jahren in Europa Wado-Ryu unterrichteten bzw. unterrichten, sei kurz die Arbeit einiger Lehrer geschildert: Herr Suzuki (8. Dan; Hanshi) ließ sich 1965 in London nieder, um Karate zu unterrichten. Seitdem erteilt er Karateunterricht in ganz Europa und hat maßgeblich die Arbeit in der Federation of European Wado-Kai (= Dachorganisation der europaischen Wado-Ryu-Karate-Verbände) beeinflußt. Vor einigen Jahren trennte sich Herr Suzuki vom europäischen Wado-Kai und gründete seinen eigenen Karatestil Suzuki-Ha-Wado-Ryu.
Herr Kono (8. Dan Hanshi) blieb 1965 zunächst einige Monate in Großbritannien und ging dann in die Niederlande, wo er im selben Jahr die Dutch Wado-Kai Federation gründete. Seit 1970 lebt er in Deutschland und hat hier die Entwicklung des Wado-Ryu zusammen mit Imai Sensei (6. Dan Kyoshi) entscheidend vorangebracht. Außerdem wurde durch ihn die Verbreitung des Wado-Ryu in Osteuropa insbesondere im ehemaligen Jugoslawien gefördert. Er ist ranghöchster Wado-Ryu-Karateka im DKV und Vorsitzender des europäischen Wado-Kai.
Herr Shiomitsu (8. Dan Hanshi) wurde 1965 persönlicher Assistent von Herrn Suzuki und unterrichtete Wado-Ryu weltweit. Auch er bekleidete jahrelang eine führende Position im europäischen Wado-Kai und lebt in England. Seit einigen Jahren ist er Cheftrainer einer eigenen Organisation der Wado-Ryu Karate-Do Academy. Shiomitsu Sensei arbeitet mit Hironori Othsuka II, dem Sohn des Stilgründers eng zusammen und unterrichtet Wado-Ryu-Karate in vielen Ländern der Welt, u.a. auch in Deutschland.
Auf der Basis der Unterrichtstätigkeit der japanischen Lehrer hat sich das Wado-Ryu-Karate in Europa hervorragend entwickelt, was sich zum einen in den zahlreichen Wettkampferfolgen auf europäischer und Weltebene widerspiegelt, zum anderen aber auch in der wachsenden Anzahl guter europäischer Wado-Ryu-Lehrer. Als Beispiel sei hier Herr Zwartjes (7. Dan) genannt. Er ist Mitglied der technischen Kommission der WKF und als ehemaliger Nationalcoach der Niederlande einer der erfolgreichsten Trainer der Welt.
Karl-Heinz Stief, Stilrichtungsreferent Wado-Ryu
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